Betreuung im Asylverfahren

Amtsdeutsch will gelernt sein

Bei den Interviews vor dem Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl treffen manchmal Welten aufeinander: Erfahrene, kundige Beamte einerseits und unerfahrene Asylwerber andererseits. Die einen stellen präzise Fragen und wollen kurze klare Antworten, die anderen haben eine blumige orientalisch geprägte Ausdrucksweise und möchten eher unverbindlich bleiben – eine sehr ungleiche Ebene. Es gilt, unsere Flüchtlinge auf die bei uns gängigen Denkweisen vorzubereiten. Über die ehrenamtlichen SprachlehrerInnen sowie in eigenen Zusammenkünften wird das geübt.

Hier in vereinfachter Form die Schritte im Asylverfahren

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Erstbefragung: Wurde von der Polizei bei der Einreise durchgeführt. Feststellung der Personaldaten, zuständiges EU Land für den Asylantrag, vor allem aber wird der Grund der Flucht möglichst genau festgehalten

Interview“ – vor dem BFA:. Ausführliche Befragung (zwischen 2 und 4 Stunden pro Person). Danach gibt es einen Bescheid (Zeithorizont: 1 Woche bis einige Monate). Darin ist alles zusammengefasst: Aussagen von der Erstbefragung, Aussagen vom Interview, Sicherheitslage vom Heimatland, Beweise und Bewertung der Aussagen, Rechtliche Begründungen und Entscheidungen. Der Bescheid hat einen Umfang von bis zu 100 Seiten

Die Entscheidung (Asyl, subsidiärer Schutz oder Rückführung ins Heimatland) wird dem Asylwerber zugestellt. Dieser hat bei negativen Bescheid einen Anspruch auf einen rechtlichen Beistand – wird in der Regel vom VMÖ erledigt. Möglich ist aber auch eine Rechtsberatung von Caritas, Diakonie und anderen.

VMÖ: Verfasst eine eventuelle Beschwerde und leitet diese über das BFA an das Verwaltungsgericht weiter

Verwaltungsgericht: Entscheidet neuerlich über die Glaubwürdigkeit der Fluchtgründe und über die Sicherheitslage im Heimatland. Entscheidung/Verhandlung durch einen Richter

 

Wobei  und wann wir als Ehrenamtliche der Initiative Langenzersdorf helfen können:

Beratung und Training vor dem Interview        Zusätzliche Stellungnahmen direkt ans Verwaltungsgericht

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