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Wie LangenzersdorferInnen die Flüchtlingsfrage sehen

Bär

Siegrun Bär Psychologin

 

Mit meinem Einsatz und mit meinem Engagement kann ich genau dort mithelfen, wenn es darum geht, Jugendlichen Freude, Hoffnung und Bildung für eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen. Ich spende bewusst Zeit, damit die Jugendlichen lernen können. Lernen, dass das Leben auch bei uns nicht alles als Geschenk bereithält und dass sich Leistung lohnt. Beim gemeinsamen Kochen zum Beispiel ist auch ein wesentlicher Lehrstoff – unsere Kultur – leichter zu transportieren und wir lernen uns gegenseitig kennen und achten.

Zita

Werner Zita, Architekt

 

 

 

Es gibt etwas in uns, das uns sagt „machen wir etwas – helfen wir!“ Wir haben im Herbst 2015 eine Familie mit einem dreijährigen Kind aus Syrien aufgenommen. Vom ersten Tag an war klar, dass dies nur funktionieren kann und Erfolg zeigt, wenn sie bereit sind unsere Sprache zu lernen und die Möglichkeit dazu haben, sich in unsere Gesellschaft zu integrieren. Eine sinnvolle Beschäftigung zählt ebenfalls zum Notwendigsten für diese Menschen.

 

 

 

Josef WINKLER, FPÖ-Ortsparteiobmann

Ich möchte vorausschicken, dass ich nie Berührungsängste gegenüber anderen Menschen habe und mir der Tatsache bewusst bin, dass Flüchtlinge in Langenzersdorf leben. Durch die Unterbringung bei Privaten anstatt in einer Massenunterkunft, würden sich die Asylsuchenden jedoch besser in unsere Gesellschaft eingliedern und unsere Sprache lernen. In Begleitung von Freiwilligen der Initiative könnten sie aktiv im Ort mithelfen.

Batik

Hans Batik, dipl. Arbeits- & Kommunikations trainer

 

 

 

Genau wegen diesem einen Wort: „Menschen“ engagiere ich mich! Es sind nicht irgendwelche gesichtslose Lebewesen, die zu uns geflüchtet sind, es sind Menschen. Frauen, Männer, Kinder, Jugendliche – Menschen. Geben wir diesen Menschen eine Aufgabe und einen Sinn in der Gemeinschaft. Geben wir ihnen die Chance, Danke zu sagen. Den Menschen muss es Spaß machen, unsere Sprache, unsere Kultur zu erlernen. Ebenso mit Respekt und Wertschätzung!

 

 

 

Gabriele PAULINY, HTL-Lehrerin am TGM-Wien

Wenn wir die Jugendlichen integrieren wollen, dann müssen wir ihnen das Gefühl geben gebraucht zu werden. Burschen in diesem Alter müssen gefordert werden, Deutschkurse allein sind zu wenig! Klare Regeln und Strukturen sowie die Gelegenheit, ihr Geschick sinnvoll unter Beweis zu stellen und dafür honoriert zu werden, geben ihnen eine positive Zukunftsperspektive. An meiner Schule bekommen sechs Flüchtlinge die Chance einer Ingenieurausbildung.

 

 

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Hedi und Heinz Schuster Caritasmitarbeiterin/Versicherungsangestellter

 

 

Wir waren in Unterwaltersdorf erstmalig mit der schlimmen Situation von Flüchtlingsfamilien konfrontiert. Da konnte es nur eine Reaktion geben: „Helfen und begleiten“– konkret mit der Aufnahme einer Flüchtlingsfamilie in unsere freie Wohnung in Langenzersdorf.

 

 

 

 

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Peter Schawerda,                                                       Koordinator der Initiative-LE

Für mich ist mein Engagement eine Herzensangelegenheit. Ich selbst kann mich noch sehr gut daran erinnern: 1945 war ich mit meiner Mutter und meiner Schwester selbst ein Flüchtlingskind. Ich weiß was es heißt, auf die Hilfe von anderen angewiesen zu sein. Selbstverständlich ist es aber auch eine Kopfentscheidung. Die Flüchtlinge sind einmal da. Die Frage ist, wie gehen wir damit um? Grenzen wir sie aus oder beziehen wir sie in unser Leben ein? Wollen wir eine gefährliche Parallelgesellschaft oder geben wir ihnen und uns eine Chance?

 

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Josef Waygand, Vizebürgermeister

 

 

 

Mensch sein bedeutet für mich, dem Nächsten mit Vertrauen zu begegnen – unabhängig seiner Religion und Staatsangehörigkeit. Politik bedeutet für mich, für diesen Nächsten da zu sein und meine Unterstützung anzubieten. Diese Grundsätze waren maßgeblich dafür, dass ich von Bgm. Mag. Arbesser den Auftrag angenommen habe, als Verbindungsperson zwischen Gemeinde und Flüchtlingen tätig zu sein. Danke an alle die mich dabei unterstützen!

 

Martha und Franz BAUER, Seniorenbund

In unserer Altersgruppe fallen Veränderungen schwerer. Verstärkt werden Vorbehalte vor allem durch die negative Berichterstattung. Nachdem die Jugendlichen aus dem Haus Anissa schon über zum Teil gute Deutschkenntnisse verfügen, werden wir ein gegenseitiges Kennenlernen mit einigen Jugendlichen im Rahmen einer Veranstaltung für Senioren organisieren. Lesen Sie

 

Renate Hocevar, Vitalraum

Hinter meiner Motivation zu helfen steht die Tatsache, dass es uns, verglichen mit anderen, sehr gut geht und wir daher die Möglichkeit zum Teilen haben. Wir können nicht allen helfen, aber es ist schön zu sehen, dass wir jedem Einzelnen, dem wir aktiv helfen, die Chance auf eine bessere Zukunft geben. So wird es bald einen Link auf der Homepage der Initiative geben unter dem Zeit für die Jugendlichen in Anissa gespendet werden kann, um diese im Alltag zu unterstützen und zu begleiten.

 

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Elisabeth Behr,   pensionierte Lehrerin

 

Der Gedanke etwas für andere zu geben, war nichts Neues für mich. Es bereitet mir Freude die Jugendlichen des Hauses Anissa in Deutsch zu unterrichten und meinen Beitrag zu leisten. Als Helfer und Helferinnen dürfen wir nicht zu nachgiebig sein, eine gesunde Portion liebevoller Strenge ist Voraussetzung für den (Lern-)Erfolg. Verlässlichkeit ist Voraussetzung und Kontinuität muss gelebt werden.

 

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Gerti Martinetz, Open Space Koordinatorin

 

 

 

Anderen Menschen zu helfen war schon mein ganzes Leben eine Selbstverständlichkeit für mich und ich mache es wirklich gerne. Im Alten Bahnhof haben wir jeden Mittwoch einen „openspace“ für Flüchtlinge eingerichtet um Gedankenaustausch, Kennenlernen, Infoweitergabe und Hilfe zu ermöglichen. Selbst unterstütze ich vor allem die in Langenzersdorf privat untergebrachten, syrischen Familien mit meiner Zeit, begleite sie zu Ämtern, Ärzten, bei Freizeitaktivitäten und helfe ihnen sich im Alltag zurecht zu finden. Patenschaften könnten vieles erleichtern.

 

 

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Barbara Hebenstreit,    Fremdenführerin

 

Materielles zu spenden war uns als Familie auf Dauer zu wenig. Wir wollten einem Kind eine wirkliche Zukunft ermöglichen und haben uns dazu entschieden, einen 14 jährigen Burschen bei uns als wertvolles Familienmitglied aufzunehmen. Er muss sich genauso wie alle anderen auch an Regeln und Pflichten halten, im Haushalt mithelfen, für die Schule lernen, Verantwortung übernehmen und erhält im Gegenzug natürlich die volle Unterstützung einer Familie und die große Chance die Schule erfolgreich zu absolvieren. Nur mit einer abgeschlossenen Ausbildung kann es ihm einmal gelingen ein selbstständiges Leben in Österreich zu führen.